Hans Hermann Strandt auf der Bühne mit einem Mikrophon in der Hand.

Der ehrenamtliche Kulturmanager

Hans Hermann Strandt ist Vorsitzender der Kulturgemeinschaft Dreiecksplatz. Mit seinen Konzert-Reihen „Freitag 18“ und „Woche der kleinen Künste“ ist der Verein tief in der Gütersloher Kulturszene verankert und kreativer Impulsgeber auch für andere Initiativen.

„Ich bin musikalisch breit aufgestellt“

Über dem Dreiecksplatz im Herzen von Gütersloh sind dunkle Wolken aufgezogen. Fünf Musiker der Funk Rock Band „Moe’s Kitchen“ aus Detmold haben mit ihrem Soundcheck begonnen. Die ersten der heute rund 400 Konzertbesucher finden sich ein. Hans Hermann Strandt beobachtet die Szenerie und strahlt konzentrierte Gelassenheit aus. Er ist seit 2013 Vorsitzender der Kulturgemeinschaft Dreiecksplatz und – wie er sagt – „musikalisch breit aufgestellt.“

Gutes Verhältnis zum Wettergott

Zum Wettergott hat der ehrenamtliche Kulturmanager ein gutes Verhältnis. Das ist wichtig, denn alle Veranstaltungen seines Vereins finden draußen auf dem Dreiecksplatz statt. Strandt hat einen hintergründigen, trockenen Humor. Der kommt zum Vorschein, wenn er über die Wetterkapriolen in Ostwestfalen spricht: „Wir haben ja in Gütersloh eine West-Wetter-Lage. Irgendwie helfen uns immer die Beckumer Berge. Dort teilt sich das Wetter und wenn es regnet, dann in Versmold oder Verl“, lacht der vitale 64-Jährige, der hauptberuflich in der Zentralen IT-Abteilung bei Miele tätig ist. 

Jazz, Funk, Rock, Popp oder Klassik

Heute wird es trocken bleiben. Von den bisher 13 Veranstaltungen der Programm-Reihe „Freitag 18“ musste nur eine kurzfristig abgesagt werden. Zu diesen Konzerten versammeln sich zum Ausklang der Arbeitswoche von Mai bis September zwischen 300 und 700 Kulturfreunde aller Generationen.  Zu dem jeweils einstündigen Programm spielen überwiegend Künstler aus der Region auf. So gut wie alle Musikrichtungen sind vertreten: Jazz, Funk, Rock, Popp oder Klassik  – „außer Schlager“, betont Hans Hermann Strandt. Die Atmosphäre ist heiter und locker. Man trifft sich mit Bekannten und Freunden, lauscht der Musik und trinkt ein Bier oder ein Glas Wein.

Ein Kultur-Highlight in OWL: die „Woche der kleinen Künste“

Der Verein mit seinen über 1.100 Mitgliedern ist tief in der Gütersloher Kulturszene verankert und kreativer Impulsgeber auch für andere Initiativen. Finanziell unterstützt wird die Kulturgemeinschaft Dreiecksplatz derzeit von 75 lokalen Sponsoren. Diese zu pflegen und neue hinzu zu gewinnen, gehört zu den Aufgaben des Vereinsvorsitzenden. „Man muss daran arbeiten, dass der Rubel rollt“, sagt Hans Hermann Strandt. „Denn Daueraufträge gibt es nicht.“ Ohne die rund 50 aktiven Mitglieder wären die zahlreichen Musik-Events nicht zu stemmen. Neben der Konzertreihe „Freitag 18“ gehören die Beteiligung an der „Langen Nacht der Kunst“ und die „Woche der kleinen Künste“, einem der absoluten Kultur-Highlights in OWL, zum Jahresprogramm. 

Der Dreiecksplatz als kultureller Treffpunkt

Die Geschichte des Vereins ist untrennbar mit dem Namen Volker Wilmking verbunden. Der Kulturmanager, Musiker und langjährige Betreiber der Musikkiste am Dreiecksplatz war über viele Jahre Seele, Motor und Antreiber der Kulturgemeinschaft. „Ursprünglich ging es ihm darum, den Platz zu einem attraktiven Treffpunkt umzugestalten“, erinnert Strandt. „Dabei ist diese herrliche Kulisse mit den begrenzenden 20 Kaiserlinden entstanden. Ein wunderbarer Rahmen für unsere Open-Air-Veranstaltungen.“

Musik als große Leidenschaft

Musik, vor allem Jazz, ist die große Leidenschaft von Hans Hermann Strandt. Er selbst spielt Saxophon, „aber für die Bühne reicht es nicht“. Dabei vermittelt er den Eindruck, als habe er gerade bei einem Konzert seines Idols Klaus Doldinger mitgespielt. Mit seiner Frau besucht er regelmäßig Jazz-Festivals. Er ist Fan von Diana Krall und Michael Wollny, mag aber auch die Musik von Herbert Grönemeyer oder Udo Lindenberg. Von der Gütersloher Kulturszene spricht er in höchsten Tönen: „Für eine Stadt dieser Größenordnung ohne Studentenszene haben wir ein unglaublich breit gefächertes musikalisches Angebot.“

Feuer und Flamme

Sein persönliches Highlight war die Uraufführung  des „World War One – Projekts“ von Konrad Kosellek im Rahmen der „Langen Nacht der Kunst“ im Jahr 2014. Der Kontakt zu dem in den Niederlanden lebenden Jazz-Musiker kam über den langjährigen Leiter des Gütersloher Stadtmuseums, Rolf Westheider, zu Stande. „Wollt ihr das Stück nicht auf die Bühne bringen, fragte er mich“, erinnert sich Strandt. „Ich war sofort Feuer und Flamme.“

Weiterführender Link:

www.dreiecksplatz-gt.de