Sohrab Sohrabi Khiaban spielt mit Hunden.

Mit einer E-Mail zum Ehrenamt

Sohrab Sohrabi Khiabani (47) engagiert sich ehrenamtlich beim Tierschutzverein Gütersloh. Der Verein betreibt mit Unterstützung der Stadt und finanzieller Förderer das Tierheim In der Worth 116 unweit der Autobahn A 2. Rund 40 freiwillige Helfer kümmern sich hier um derzeit 80 Katzen, 20 Hunde und 25 weitere Kleintiere. Ein wichtiges Ziel ist die Verhütung und strafrechtliche Verfolgung von Tierquälerei.

Von Garnelen und Hunden

Garnelen sind ausgesprochen soziale Tiere. Sie gelten als sehr genügsam, leben friedlich in größeren Gruppen zusammen und sind aufgrund der vielen Farbvariationen schön anzusehen. Aber warum hält man Garnelen und Zierfische in einem Süßwasseraquarium, wenn man Hunde über alles liebt? „Die Antwort ist ganz einfach“, sagt Sohrab Sohrabi Khiabani. „Meine Frau und ich arbeiten tagsüber, sind öfter unterwegs und könnten einen Hund nicht artgerecht halten.“ Seine Leidenschaft kann er aber dennoch ausleben und gleichzeitig Gutes tun – als ehrenamtlicher Helfer beim Tierschutzverein Gütersloh und Umgebung e.V.

„Whisky“ – sein bester Freund

Sohrab Sohrabi Khiabani, im Iran geboren, kam schon als Kleinkind mit Haustieren in Berührung. Als er mit 14 Jahren nach München zu seiner Tante auswanderte, wartete dort auch schon deren Yorkshire-Terrier „Whisky“ auf ihn. Das Tier wurde sein bester Freund. Nach dem Abitur zog es ihn nach Bielefeld, wo er zunächst naturwissenschaftliche Informatik studierte, sich dann aber in den kaufmännischen Bereich entwickelte. Im Jahr 2000 kam er zu Bertelsmann und arbeitet heute im Zentraleinkauf bei Arvato Systems. Ein zweiter Grund, nach Bielefeld zu gehen, war seine dort lebende Cousine. Von ihrem Sohn hat er ein weiteres Haustier übernommen: eine Landschildkröte.

Freiwillige Helfer sind im Tierheim hochwillkommen

Vor zwei Jahren hat Sohrab Sohrabi Khiabani eine E-Mail an die allgemeine Adresse des Tierheims info@tierschutzverein-guetersloh.de geschickt und gefragt, ob er mithelfen kann. Es dauerte nicht lange, dann rief die 1. Vorsitzende Petra Kulik an. Das war der Beginn seines ehrenamtlichen Engagements. Denn Menschen, die freiwillig im Tierheim mithelfen wollen, sind immer hochwillkommen. „Viele denken ja, wenn man dort unterstützen will, ist das Hunde streicheln oder Gassi gehen“, sagt Sohrab Sohrabi Khiabani. Er selbst ist sich für keine Arbeit zu schade. Er säubert die Zwinger und packt überall mit an.

„Wir waren ein wunderbares Gespann“

Ganz besondere Freude verspürt Sohrab Sohrabi Khiabani, wenn er sich um die geliebten Vierbeiner kümmern kann. Im Juli 2016 wurde das Tierheim auf eine nicht artgerechte Hundehaltung hingewiesen. Ein Mann hatte drei kleine Hunde in einem völlig verdreckten Zwinger gehalten. Er war mit den Tieren überfordert und die Verantwortlichen des Tierschutzvereins verständigten sich mit ihm darauf, zwei Hunde ins Heim abzugeben und einen künftig bei sich im Haus zu halten. Über Monate durfte sich jetzt Sohrab Sohrabi Khiabani um „Dora“ und „Pino“ kümmern. „Wir waren ein wunderbares Gespann“, erinnert er sich. Noch heute besucht er die Hunde manchmal in ihrer neuen Familie.

Kritik an der Massentierhaltung

Sohrab Sohrabi Khiabani ist kein militanter Tierschützer, wie er selbst sagt. „Ich stelle mich auch nicht nackt mit irgendwelchen Transparenten oder Blut beschmiert in die Fußgängerzone.“ Solche Aktionen erzeugten zwar große Aufmerksamkeit, seine Ziele erreiche man aber damit nicht. Die Hauptursache für das Leid von Tieren seien Fehlentwicklungen in der Agrarindustrie hin zur Massentierhaltung. Dagegen müsse die Gesellschaft etwas tun und die Politik sollte endlich handeln.

Das „Phantom von Isselhorst“

Was Sohrab Sohrabi Khiabani besonders stört ist der Umgang mit und die Darstellung von Tieren in den sozialen Medien. Herrenlose Hunde oder Katzen würden verfolgt und ins Internet gestellt, anstatt zu helfen. Dabei sei gerade Facebook geeignet, gezielt nach entlaufenen Tieren zu suchen. Als Beispiel nennt er das „Phantom von Isselhorst“. Diesen Namen hat er einem Hund gegeben, der in Harsewinkel verschwunden ist und mehrfach im Gütersloher Stadtteil Isselhorst gesehen wurde. Aufgrund gezielter Hinweise aus dem Netz hat er den Hund dann gemeinsam mit der Besitzerin gefunden und nach Hause gebracht.

Weiterführende Links:
www.tierschutzverein-guetersloh.de/