Nahaufnahme von Karsten Niekamp im Gespräch

„Organisieren, machen, tun.“

Karsten Niekamp (55) ist Vorsitzender des Fördervereins des Kinderschutz-Zentrums Gütersloh. Die von der AWO mitgetragene Einrichtung wurde 1979 als Anlaufstelle für Kindesmisshandlung und Vernachlässigung gegründet. Die Arbeit wird von dem Leitgedanken getragen:  „Wenn Kinder Schutz und Eltern Hilfe brauchen“.

70.000 Kilometer im Jahr 

Karsten Niekamp ist viel unterwegs. Als Gebietsverkaufsleiter bei einem süddeutschen Möbelhersteller fährt er im Jahr rund 70.000 Kilometer. Gerade kommt er aus dem belgischen Antwerpen zurück. Der Vater einer Tochter und seit sechs Wochen Opa ist beruflich erfolgreich – und hat wenig Zeit. Was davon übrig bleibt, investiert er in sein ehrenamtliches Engagement für das Kinderschutz-Zentrum in Gütersloh. Karsten Niekamp ist 1. Vorsitzender des Fördervereins.

„Charismatischer Netzwerker“

Mario Hildebrandt, pädagogischer Mitarbeiter des Kinderschutz-Zentrums, nennt ihn einen „charismatischen Netzwerker“. Niekamp sei das Bindeglied zwischen der sozialen Einrichtung und der Wirtschaft. „Karsten Niekamp kann komplizierte Sachverhalte in einfache Sprache übersetzen. Das ist enorm wichtig für unsere Außendarstellung“, sagt Hildebrandt.

„Ehrenamt ist nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen.“

Wenn man Karsten Niekamp selbst fragt, was eigentlich seine Aufgaben beim Kinderschutz-Zentrum sind, sagte er: „organisieren, machen, tun“. Dazu gehört vor allem, Spenden herein zu holen. Die Zielmarke liegt bei 20.000 Euro im Jahr. Dabei ist sein großes Netzwerk unglaublich hilfreich. Hinzu kommen Hartnäckigkeit, Kreativität und ein Ideenreichtum, der nie versiegt.  Wenn es Schwierigkeiten oder Probleme gibt, motiviert das den Vorsitzenden erst recht: „Ehrenamt ist nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen, aber am Ende lohnt sich persönlicher Einsatz immer.“

Aushängeschild „Entenrennen“

Aushängeschild der Sponsoring-Aktivitäten des Fördervereins ist das jährliche Entenrennen. Bei diesem Familienfest schwimmen tausende Plastik-Enten auf der Dalke im Stadtpark um die Wette. Die Renn-Enten können für 4 Euro erworben werden und erhalten eine Startnummer. So lässt sich bei diesem bunten Spektakel der Sieger ermitteln. Beim letzten Rennen im Juni gewann Ente 808. Der Gewinn für die Besitzerin: ein E-Bike. Und beim Förderverein des  Kinderschutz-Zentrums blieben, auch dank lokaler Sponsoren, rund 11.000 Euro in der Kasse. „Das ist verdammt viel Geld“, freut sich Karsten Niekamp noch Wochen später.

„Wenn Kinder Schutz und Eltern Hilfe brauchen.“

Das Kinderschutz-Zentrum wurde 1979 als Anlaufstelle für Kindesmisshandlung und Vernachlässigung gegründet. Die Arbeit wird seither von dem Leitgedanken „Wenn Kinder Schutz und Eltern Hilfe brauchen“ getragen. „Vor 40 Jahren gab es zwischen den sozialen Institutionen einen Konflikt, wie man mit gewalttätigen Vätern oder Müttern umgehen sollte“, erläutert Mario Hildebrandt. „Wir waren schon damals nicht davon überzeugt, dass es gut ist, Kinder aus ihren Familien zu nehmen und sie damit zu traumatisieren.“ Auch wissenschaftlich habe sich die Erkenntnis immer mehr durchgesetzt, dass Kinder keine anderen Eltern wollen. Vielmehr hofften sie darauf, dass endlich die Misshandlung aufhört, begründet der Pädagoge die Arbeitsweise des Kinderschutz-Zentrums.

Die Gewalt in der Gesellschaft nimmt zu

Karsten Niekamp beobachtet eine zunehmende Gewalt in vielen gesellschaftlichen Bereichen. Die soziale Frage beschäftigt ihn. „Man glaubt es nicht, dass es auch in einer vermeintlich heilen Welt wie Gütersloh Kinderarmut, sexuellen Missbrauch oder Mobbing in der Schule gibt“, sagt er. 

Aus früheren Ehrenämtern gelernt

Wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Schule, Jugendhilfe und Elternhaus zum Wohle von Kindern ist, hat er in seinen früheren Ehrenämtern gelernt. Niekamp war unter anderem Elternsprecher der 16 Gütersloher Grundschulen und Vorsitzender des Schulvereins am Städtischen Gymnasium. Als er gefragt wurde, ob er sich mit seiner großen Erfahrung auch im Kinderschutz-Zentrum engagieren will, hat er einfach ja gesagt.

Weiterführende Links:

 

www.kinderschutz-zentrum.info